6 Fragen. 6 Antworten. Gülcan Subasi im Interview

Eine klare Haltung zum nachhaltigen Bauen.

  • Frage 1: Neubau – Wie lässt sich ein klimaneutraler Neubau heute noch wirtschaftlich realisieren?
    „Klimaneutralität und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch – aber sie müssen von Anfang an zusammen gedacht werden. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz: kompakte Baukörper, optimierte Hülle und robuste Systeme statt technologischem Overengineering.“

 

  • Frage 2: Sanierung – Was sind die häufigsten Fehler bei der Sanierungsplanung – und wie vermeidet man sie?
    „Der größte Fehler ist die Maßnahme ohne Strategie – viele sanieren Stück für Stück und verbauen sich damit spätere Schritte. Unsere Empfehlung: erst eine fundierte Bestandsanalyse, dann ein klarer Sanierungsfahrplan, dann die Umsetzung.“

 

  • Frage 3: Kreislaufwirtschaft – Wie lässt sich Circular Economy konkret im Bauprozess verankern?
    „Es beginnt bei der Planung: Materialwahl, Rückbaubarkeit und konsequente Dokumentation über einen Materialpass. Zertifizierungssysteme wie DGNB helfen, diese Kriterien messbar und nachweisbar zu machen.“

 

  • Frage 4: CSRD & ESG – Was bedeuten CSRD und ESG-Anforderungen konkret für Bauherren und Investoren?
    Wer seinen Gebäudebestand nicht ESG-konform aufstellen kann, hat ein Finanzierungs- und Vermarktungsproblem. Wir helfen unseren Kunden, die relevanten Kennzahlen zu erheben und Maßnahmen priorisiert umzusetzen – damit ESG echten Mehrwert schafft statt Bürokratie.“

 

  • Frage 5: BIM – Welche Rolle spielt BIM in der modernen Bauphysik- und Nachhaltigkeitsberatung? 
    BIM ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein echtes Arbeitswerkzeug – von der Energiesimulation im Neubau über den digitalen Materialpass bis zur ESG-Datenbasis. Wer BIM konsequent einsetzt, hat bessere Nachweise, weniger Fehler und mehr Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.“

 

  • Frage 6: Zukunft der Beratung – Wie verändert sich die Rolle der Nachhaltigkeitsberatung in den nächsten Jahren?
    „Die Rolle wird strategischer und früher im Prozess angesiedelt – denn die wirkungsvollsten Entscheidungen fallen in den frühen Planungsphasen. Gleichzeitig muss Beratung belastbarer, datengetriebener und prozesssicherer werden.“